Sonntag, 09. Dezember 2018

Duisburg

Ansprechpartner

Martina Maus

Telefon: 0211 / 4093636
maus@kaiserswerther-diakonie.de

Träger

Kaiserswerther Diakonie
Geschwister-Aufricht-Str. 2
40489  Düsseldorf

Über uns

Liebe Glücksuchenden, liebe Besucher dieser Seite,

Nach der Gründung der Schatzkiste Düsseldorf trafen zahlreiche Nachfragen von Singles aus dem benachbarten Duisburg ein. Irgendwann standen wir vor der Frage, ob es nicht Sinn machen würde für diesen Bereich auch eine Schatzkiste zu gründen.

Nach einer tollen Eröffnungsparty gibt es nun seit dem 21.06.2007  die Schatzkiste Duisburg, angeboten durch die Behindertenhilfe der Kaiserswerther Diakonie.

Ein Klient des Ambulant Betreuten Wohnens hatte durch Zufall einen Artikel über die erste in NRW  gegründete Schatzkiste der Diakonie Michaelshoven in Köln gelesen. Die Idee klang so einleuchtend und naheliegend, dass alle zuerst dachten, so etwas gibt es doch bestimmt schon. Tatsächlich aber waren diesbezügliche Angebote zum damaligen Zeitpunkt Mangelware und die Schatzkiste bundesweit gerade erst im Aufbau. Anlass genug, dieses unterstützenswerte Projekt auch in der bevölkerungsreichen Rhein – Ruhr – Region auszubauen.

Ansprechpartner für die Schatzkiste Duisburg sind Frau Martina Maus und Herr Lars Ostendorf (s.Kontakt), welcher gleichzeitig zuständig für die Schatzkiste Düsseldorf ist. Dadurch besteht eine enge Kooperation zwischen den beiden Nachbarstädten. Aus diesem Grunde finden auch  die stets gut besuchten Singlediscos der hiesigen Schatzkisten abwechselnd in Duisburg und Düsseldorf statt. Die Singledisco ist eine offene Veranstaltung, zu der jede(r) herzlich eingeladen ist, egal ob Er/Sie bereits in der Kartei der Schatzkiste aufgenommen ist, oder nicht. Termine können auf dieser Seite unter der Rubrik “Aktuelles” nachgesehen werden. Damen und Herren die bereits aufgenommen sind, kriegen automatisch eine Einladung.

Wir freuen uns auf Ihren Anruf oder Ihre Mail, vielleicht aber schauen Sie einfach persönlich bei einer unserer nächsten Veranstaltungen vorbei.

Es grüßen herzlichst

Martina Maus und Lars Ostendorf

Freunde und Helfer bei der Schatzkiste-Duisburg

Die Schatzkiste Duisburg und Düsseldorf bedankt sich an dieser Stelle unter anderem bei den zahlreichen Spendern, die uns den Projektstart und Veranstaltungen wie z.B. die tollen Eröffnungsfeiern in beiden Städten durch ihren Beitrag ungemein erleichtert haben.

Mit viel Engagement und Herzblut  greifen uns die MitarbeiterInnen, FSJ`ler, Praktikanten(Innen), Zivis und Ehemalige der Behindertenhilfe der Kaiserswerther Diakonie unter die Arme, auch hier, ein herzliches “Danke”.

Presse / Medien

Auf Schatzsuche

WAZ: Auf Schatzsuche Duisburg, 21.06.2007, von Fabienne Piepiora

Rollifahrer sucht Gefährtin: Erste Partnervermittlungsagentur für behinderte Menschen in Duisburg. Männer sind viel aktiver. Sozialpädagogen veranstalten Kennenlern-Partys

Topf sucht Deckel, Rollifahrer sucht Weggefährtin: Für behinderte Menschen öffnet sich ab heute eine “Schatzkiste” in Duisburg – so heißt die Partnervermittlungsstelle der Kaiserswerther Diakonie. Vor zwei Jahren wurde das Projekt in Düsseldorf gestartet, seitdem kommen von überall aus der Region Anfragen. “Dabei sind wir am Anfang nicht überall auf Gegenliebe gestoßen. Es gab Leute, die direkt sagten: Aber die haben dann auch Sex und so”, erinnert sich Heilpädagoge Lars Ostendorf. Mittlerweile sind die Kritiker jedoch verstummt. Ostendorf und seine Kolleginnen Elke Auracher und Martina Maus plädieren für einen ungezwungenen Umgang mit dem Thema “Sexualität und Behinderung.”

Die Interessierten können sich in eine Kartei eintragen lassen. Dabei sollen sie vor allem viel von sich selbst erzählen. Erst in zweiter Linie sei wichtig, wie der Traumpartner aussehe. “Manchmal muss man die Leute auch wieder aus den Wolken reißen”, erinnert sich Psychologe Bernd Zemella, der 1998 die erste “Schatzkiste” in Alsterdorf gegründet hat. Auf einer Skala von eins bis fünf wird der Grad der Behinderung eingetragen. Dann machen die Flirtwilligen Angaben zum Alter, Wohnort, Hobbys und wen sie suchen. Zemella sucht dann in seiner Datenbank nach einer besseren Hälfte. “Manchmal ging die Initiative auch von den Betreuern und den Eltern aus, die einen Partner für ihr Kind suchen”, erklärt der Vermittler.

In Düsseldorf werden hingegen Partys veranstaltet, damit sich die Behinderten kennen lernen. “Wir wollen den Kreislauf von Arbeit und Wohnheim durchbrechen, damit die Menschen auch andere Leute außerhalb des Systems kennen lernen”, betont Martina Maus. Nicht immer seien die Versuche auch von Erfolg gekrönt, warum sollte das Behinderten anders sein als bei Nicht-Behinderten. Auffällig sei jedoch: Die Männer sind viel aktiver. 70 Prozent der Suchenden aus Düsseldorf gehören zum starken Geschlecht. “Zum einen gibt es mehr behinderte Männer. Zum anderen wird der Wunsch nach Sexualität bei ihnen viel eher wahrgenommen als bei Frauen”, weiß Psychologe Zemella. Auch hätten viele Betreuer Angst vor den Folgen, einer möglichen Schwangerschaft. Da sei eine Beratung über Verhütung wichtig – wie bei jedem anderen Paar.

Martina Maus und Lars Ostendorf freuen sich schon auf ihren Amouretten-Job. “Schließlich ist Liebe etwas Lebensbejahendes.”

Singleparty - Eine Chance für das Liebesglück

NRZ, 26.05.2008, Max Böttner

Duisburg. Finden und gefunden werden: Auf einer Singleparty in Duisburg suchen Menschen mit Behinderung ihren Traumpartner.

Jürgen Hoffmann schaut bedröppelt drein. Ein Strauß roter Rosen liegt vor ihm. Auf dem Tisch. Und nicht in den Händen von Janine. Da hätten die Blumen hingehört – wäre der Plan von Hoffmann aufgegangen. Janine ist aber nicht gekommen. „Vielleicht ist sie gleich da”, sagt der 42-Jährige leise. Dann löst er seinen Blick von den Rosen, schaut sich um und lächelt plötzlich. Seine Verabredung ist nicht aufgekreuzt. Aber ihm fällt wieder auf, dass er nicht allein ist. Mehr als 80 andere Gäste sind auf die Duisburger Singleparty gekommen. Sie alle wollen finden oder gefunden werden. Suchen neue Freunde, und manchmal auch die große Liebe. Sie alle haben Ecken und Kanten: Es sind Menschen mit geistiger Behinderung.

Wie ist das auf einer Fete, bei der behinderte Menschen Ausschau halten nach einer „besseren Hälfte”? Warum gehen sie zu einer Verkupplungsparty? „Weil auch geistig behinderte Menschen sich nach liebevoller Nähe und nach einem Partner sehnen”, sagt Lothar Sandfort (s. Kasten). Der Psychologe ist Experte auf dem Gebiet von Partnerschaft und Sexualität. Er weiß: „Solche Gefühle wurden behinderten Menschen im öffentlichen Denken lange Zeit nicht zugestanden.”

Spaß am Leben – genau das Gefühl vermitteln die Besucher der Singleparty im barierrefreien Cafe´ „Der kleine Prinz”. Im großen Saal gehen die Deckenfluter aus, dafür die Scheinwerfer an. Eine Band betritt die Bühne und startet mit dem Crowded House-Hit „Weather With You”. Keine drei Takte spielt sie, da sind die Ersten auf der Tanzfläche. Keine Scheu, kein Rumgestehe. Stattdessen werden Neuankömmlinge herzlich begrüßt – und ja, auch einem prüfenden Blick unterzogen. Mal mehr, mal weniger auffällig. Es könnte ja der Traumkandidat sein.

Im Alltag gestaltet sich die Kandidatensuche mitunter schwierig: „Das Lebensumfeld von Menschen mit Behinderung ist oft sehr eingeschränkt”, sagt Martina Maus. Sie ist Sozialpädagogin, arbeitet für die Kaiserswerther Diakonie in Düsseldorf und hat geholfen, die Party zu organisieren. An diesem Abend ist sie im Stress, schüttelt viele Hände. Kurz erklärt sie: „In der gewohnten Umgebung, zu Hause, im Heim oder in der Werkstatt lernen behinderte Menschen kaum neue Leute kennen.”

Die Diakonie erkannte das als Problem und rief vor zwei Jahren die Düsseldorfer Partnervermittlung „Schatzkiste” ins Leben. Von Bernd Zemella stammt die Idee dazu. Der Psychologe gründete in Hamburg die erste „Schatzkiste” bereits 1998. Mittlerweile gibt es in Deutschland 19 dieser Agenturen mit mehr als 1000 Mitgliedern. Zum Beispiel in Düsseldorf, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Köln.

„Es ist schwer, eine Frau kennenzulernen. Ich bin ja behindert und auch schüchtern”, sagt Günter Hoff gerade heraus. Aus sicherer Entfernung beobachtet der Duisburger das Treiben auf der Tanzfläche und hält sich an seiner Limoflasche fest. Eine Freundin hatte der 47-Jährige bisher noch nie. Als er sechs Jahre alt war, veränderte ein Autounfall sein Leben. Nach schwerer Verletzung dauerte es lange, bis er wieder laufen und sprechen konnte, erzählt er offenherzig. „Ich mach’ das Beste draus.” Selbstmitleid? Überhaupt nicht! Das gilt für viele hier: „Wir wollen vor allem feiern”, ruft Andrea, die mit ihren Freundinnen Steffi und Pia im Takt steppt. Die 34-Jährige ist kaum von der Tanzfläche zu locken.

Und Günter Hoff kaum darauf. Vor einem Jahr meldete er sich bei der „Schatzkiste” an. Die Richtige hat er da noch nicht gefunden. „Ich möchte eine behinderte Freundin.” Die habe einfach mehr Verständnis für sein Handicap. Laufen und kochen solle sie aber können. Haarfarbe, Größe, Figur? „Ist mir egal.” Die Mitarbeiterin der „Schatzkiste”, Martina Maus, hat all das in ihrer Datenbank gespeichert. „Wenn ich etwas Passendes finde, melde ich mich.” Ist die Auserwählte ebenso interessiert, vereinbart sie ein Treffen in lockerer Atmosphäre.

Die Band spielt weiter Ohrwürmer. Auf der anderen Seite des Saals, da stehen auf einem Tisch im Wasserglas noch immer die Rosen. Einsam und verlassen. Janine ist nicht aufgetaucht. Jürgen Hoffmann findet man vor der Bühne. Tanzend. Mit zwei Damen – gleichzeitig. (NRZ)